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Jérôme Bonaparte



Am 15. Dez 1807 wurde in Kassel Napoleons jüngerer Bruder Jérôme, gerade dreiundzwanzigjährig, zum König von Westphalen verkündet. Ein anderes, weit ausgedehntes Königreich wäre ihm lieber gewesen. Um überhaupt an den Machtspielen Napoleons teilnehmen zu dürfen, musste er sich von seiner Frau, der Amerikanerin Elizabeth Patterson, mit der er seit 1803 verheiratet war, 1805 trennen.

 

 

 

 

Aus politischen Motiven musste Jérôme 2 Jahre später die Prinzessin Katharina von Württemberg heiraten. Trotz vieler Verrücktheiten und gleichfalls nach seinem Sturz blieb er ihr treu.

Auf Napoleons Ideen fußte das Vorhaben, das neue Königreich zu einem Modell- und Reformstaat zu entwickeln. Und tatsächlich war für einige Jahre das von Jérôme geführte Land das politisch progressivste in Deutschland. Es wurde ein Grundgesetz, die den Staatsbürgern Freiheitsrechte beteuerte, verkündet, noch bevor die Feierlichkeiten anlässlich der Ernennung zum König in Kassel begannen. Die Leibeigenschaft wurde aufgehoben und der Gleichheitsgrundsatz wurde festgeschrieben. Die Einführung der Religionsfreiheit war ein großer Fortschritt. Erste Ansätze zur parlamentarischen Mitsprache wurden mit der Ständeversammlung geschaffen. Der Aufrichtung einer unabhängigen, neuen Rechtsprechung war eine besonders wichtige Maßnahme.



Ein Königreich ausgestattet mit diesen Rechten für Bürger hätte als Gerüst Chancen haben sollen. Doch die Realität stellte sich dagegen. Die Fremdherrschaft erweckte großes Misstrauen in der Bevölkerung. Die gegebenen Freiheiten begriffen viele eher als Gefahren nicht als Fortschritt. Napoleon der für seine Militäraktionen ständig mehr Geld und Soldaten beanspruchte, plünderte das Königreich Westphalen finanziell konsequent aus. Darunter litt das Land besonders.
Wenn Jérôme zu gesellschaftlichen Feiern einlud, war das Volk zwar gern dabei, dennoch im Untergrund brodelte es.

 

 © Koenigreich-Westphalen.de, Berlin   Red.f.  B. Wal, Berlin.   Red.j. G. Zimmer, Berlin.   Alle Rechte sind vorbehalten.